am 04.September 2004

Es war wieder soweit, die Paunzhausner Kinder warteten schon die ganze Ferienzeit lang gespannt auf diese Beobachtungsnacht und das Wetter spielte auch mit.

Wie 1 Jahr zuvor trafen wir, vom ATMN, uns schon vor Sonnenuntergang um unser Equipment gemütlich aufzubauen. Erster unserer Runde war der Andy, er war schon am Aufbauen – dachte wohl schon es kommt keiner -, als ich ankam. Dritter war Franz Peter mit seinem Riesendobson samt neuer Nachführungsmontierung und das in einem BMW (kein Kombi!!!). Ihr glaubt’s ned, was der da alles in dieses arme Auto nei’zwengt hat und beim Ausräumen wollt i scho fast sagen – den Motor lasst aber drinnen ;-)

Es verging einige Zeit bis Helmut auf einem fernen Feldweg mit seinem Auto daher kam. Wir bemerkten ihn erst, als Franz Peters Handy klingelte und er sagte: "Wie kim i zu eich nauf?" – wir wissen heut’ no ned, wie er dahin kam, denn die Wegbeschreibung hatte bisher jeden auf den richtigen Weg gebracht. Wollte er nach Wildschweinen suchen? Franz Peter fragte: "Wo bist denn Du?" Helmut: "Schau mal runter! Jetzt sagt’s scho wo geht’s lang?" Als Franz Peter eiskalt: "Wie geländefähig is dei Auto?" fragte, hätt’s Andy und mi fast zerrissn, die Antwort war nimma zu vernehmen, he he he. Wenig später weilte auch der Helmut unter uns und beäugte kritisch die Gegend, war er doch noch nie da gewesen.

Der Andy ist der Beste, sagt zu aus schweren Stativen fallenden Nagelfeilen, des wird schon so richtig sein. Fragt nicht warum, fragt nicht wieso die da drin war… mein Sohn gut 2 Jahre alt hatte schwer gearbeitet um diese da zu integrieren…

Meinen 6-Zöller hatte ich inzwischen auch aufgebaut und einen Sonnenfilter draufgesetzt um die untergehende Sonne noch ins Visier zu nehmen – nur Minisonnenflecken waren zu sehen. Die Farben des Sonnenuntergangs (siehe Titelbild) waren wieder sehr schön anzusehen, es wurden Bilder gemacht und auch gewisse Schnappschüsse – Andy des vo mir kimmt net nei ins Netz !, gelle.

Franz Peter wurde mitsamt Dobson in 3-D abgelichtet – wer will denn so was sehen???

Bald würden die Kinder kommen, denn Konrad holte ned die Resi sondern die Kinderschar mit seinem Traktor ab. Franz Peter, der große Redner beseitigte bei seiner Ansprache alle Klarheiten – nein, er machte alles sehr gut und Hand-Sky-Beamer-Wendl hatte Mühe, die von ihm angesagten utopischen Sternbilder am Himmel zu zeigen. Kennt Ihr die Gartenschaufel des Kepheus oder den galaktischen Rasenmäher???

Die Kinder verteilten sich auf die verschiedenen Beobachtungsgeräte oder fuchtelten frech mit ihren Taschenlampen rum. So ca. 20-30 Kinder und ca. 10 Begleitpersonen waren gekommen. Und auch Stefan und Vater-Johann kamen etwas verspätet an – somit waren 6 ATMN’ler bei der diesjährigen Paunzhausner Sternennacht vertreten.

Es wurde dunkler und dunkler, die Milchstraße war sehr schön zu sehen. Wir wurden mit vielen Fragen gelöchert. Dann war es soweit, der wer-findet-den-Mond-Wettbewerb sollte beginnen. Als Finderlohn gab’s ein Hanuta und es dauerte nicht lange und der gerade erst aufgegangene Mond wurde gefunden – kein Kind ging leer aus, jeder bekam einen Finderlohn. Weiter ging es mit Kugel- und offenen Sternhaufen, Nebeln, Galaxien und Doppelsternen. Auf die Frage, was siehst Du im Okular, kamen folgende Antworten (kleiner Auszug):

M8 – der Lagunen-Nebel

"Was nebliges"
"nix g’scheites" ("warum?") "nur was dunstiges halt" ("aber das ist doch das Objekt, der Nebel ist viele Lichtjahre entfernt!") "achso – wow"
"ich seh nix" – das Mädchen dahinter "die sieht nie was"

Dann war der Mond hoch genug um mit 200-300-facher Vergrößerung die Krater am Terminator ins Blickfeld zu rücken. Die Begeisterung war groß und wurde mit einem wow, geil, krass und wie tief sind die Krater bekundet.

Zu Andy kam ein Junge, so einer mit so einer gewissen Ups- wie kommt der auf so was –Frage, die da so lautete:

"Wenn die Astronauten, die zur ISS fliegen und dort einige Zeit wohnen wieder auf die Erde zurück kommen – sind das dann Aliens?" Wie und ob Andy die Frage beantwortete wissen wir nicht – er hat zumindest seine Sprache wieder gefunden, he he he.

Wie schnell die Zeit so vergeht es war so um Mitternacht und alle Kinder waren weg, ob verschwunden im Maisfeld oder auf dem Heimweg, wir waren erleichtert die Aufgabe, den jungen Leuten die Wunder der Astronomie etwas näher zu bringen, vollbracht zu haben.

Ein großes Lob an den Organisator Konrad, der hat an uns gedacht und uns einige Bierchen mit seinem Traktor mitgebracht. Ihr glaubt ned wie guad der Gerstensaft, runter ging nach so einer Nacht.

Dank an alle die hier mitgemacht, so dass war’s von der Paunzhausner Sternennacht.