Voll ins Auge 3.Teil

von Sudan Jackson

 

 

Howdy,

na da war aber ganz schön was los in der letzten Nacht! 

Nachdem ich mir alles Mögliche am Samstag ganz allein auf der Terasse eingefroren habe hat der Michael Wendl mich angefunkt, ob wir vielleicht doch mal was gucken gehen.  Sonntag ab 20:00 Uhr sollte die Jagd beginnen also das ganze Geschütz (der kleine Dobi sieht eigentlich schon aus wie eine Kanone) schon um 18:00 Uhr gemütlich ins Auto getragen zum abkühlen.  Schönes Wetter noch - gar keine Wolken und angenehme Temperaturen (mehr dazu später).  Dann Essen, Kinder ins Bett bringen, Mutti ein Küsschen geben und versichern, dass wir auf der offenen Straße nicht umgefahren werden (Michael hat ja LED's an den Schuhen) und warten...

Um 21:00 Uhr war's dann doch so weit und wir sind fröhlich auf ein Feld in der Nähe unseres Hauses (in Giggenhausen) gefahren wo der Schnee nicht mehr so hoch ist und die Rundum-Sicht einfach klasse ist.

Der erste Blick zum Himmel war einfach der absoluter knaller – der Mond als dünner Sichel sehr tief nahe Horizont – etwas unterhalb der Plejaden...  Hatte einfach was Tolles an sich. Selbst diese recht „kleinen“ Lichtquelle war genug um den Schnee etwas zum schimmern zu bringen also macht Michael als Erstes ein paar Digi-Bilder von der Umgebung mit Mond (bin mal gespannt).  Mittlerweile sind der 6“er und der Tschibo-Torpedo aufgebaut (Rockerbox zum ersten Mal im Feld-Einsatz) und „ready to go“.  Ein unglaublich schöner Himmel bot sich über uns an – dann ging’s los: Michael mit dem Fernglas erstmal alles abgescannt und nach Machholz gesucht während ich mir zum ersten Mal Ha-Chi (war ja auch Kalt) angetan habe.  Peter: nicht nur der Fuhrmann(Auriga) ist voller Sternhaufen – der ganze Weg zwischen Perseus und Cassiopeia war ich nur noch am Staunen.  Wahnsinn – das hat mich wirklich umgehauen – sogar mit Michael’s Binos war das ein absoluter Genuss.  Schnell noch M42 mit und ohne UHC, dann haben wir uns im 6“er doch den Machholz anschauen können. Michael meinte noch etwas Schweif sehen zu können aber ich hab’s mir nur dort einbilden können wo Michael meinte etwas gesehen zu haben. Der kleine Torpedo hat auch seinen Eingangstest bestanden und mit mir zusammen das erste mal den Kometen alleine gefunden. Im kleinen Ding ging’s auch gut – wunderbar klar zu sehen bei 70x. Und weil es nicht genug Sterne geben kann haben wir in der Cassiopeia-gegend etwas nach dem Eulenhaufen gesucht aber irgendwie nicht so richtig gefunden (oder doch??) wir waren uns nicht mehr sicher – tja den hatte ich schon mal vor dem Spiegel und war sehr begeistert. Außerdem wollten wir weiter zu den anderen Sehenswürdigkeiten in unserem Safari.

Und dann ging’s auf die Galaxien los: M51 (Whirlpool) – da konnte man beide „Wirbel“ sehen, dann zum Löwen um etwas von dem Galaxiehaufen zu erspähen und doch M 65, M 66 und M 95 (oder 96???)  zusammen im Gesichtsfeld. Toll!  Michael: hilfe – mein Hirn war leider irgendwann eingefroren: was hatten wir noch an Galaxien gesehen, oder war es das?

Dann wollten wir doch mal die Planeten schnell anschauen… Der absoluter Wahnsinn! Jupiter erstmal mit dem Gelb-Filter bei 125x und das Ding war einfach unglaublich ruhig. 5 Monde habe ich gesehen und Michael meinte vielleicht den GRF sehen zu können. Also Filter raus, Barlow rein und bei 250x sah der Planet fast so aus wie auf den Fotos – ehrlich. Was für ein Anblick! Alles sehr schön deutlich (Fleck weniger deutlich) und vor Allem ruhig wie ich das bisher noch nie erlebt habe. Selbst Michael war sehr begeistert von diesem Anblick.  Wenn das so ist – dachten wir – dann schießen wir den nächsten auch noch ab: rauf zum Saturn.  Was soll ich sagen?  Unglaublich: Cassini, Schatten, Wolkenbänder und…  der C-Ring!!!  Und nur mal um die Grenzen richtig auszutesten haben wir dann sogar ein 4mm Billig-Oku von Seben auf den  Barlow gesteckt und…  ein großes Stück vom Gesichtsfeld voll mit einem Saturn (375x) der mehr Spass machte wie mit 125x an einem Abend mit schlechtem Seeing. Schön ;-)))

Mittlerweile ging ein ganz schön kalter Wind, die Lippen und Finger waren eingefroren, die Füße wie Eisblöcke und die Nase nicht mehr vor’m Laufen abzuhalten.  Aber da sollte noch was gehen – Auf der Suche nach dem Sombrero mussten wir irgendwann aufgeben. Helmut: Weicheier werden hart gekocht – oder tiefgefroren ;-)  Als letztes Ziel haben wir uns dann den M3 nochmal angeschaut und dann (sehr) schnell wieder abgebaut.  Mittlerweile war’s Mitternacht, der Orion hatte sich schon hingelegt und von gemütlich war nicht mehr zu sprechen…  Schlusstemperatur ca. -6,5grad.

Dank an Michael für die Tipps und für die „Tour“ die ich allein nicht hinbekommen hätte.  Ich sag’s Euch – ihr müsst alle nach Giggenhausen ziehen.  Die Luft ist zwar etwas feucht aber da geht, trotz Flughafennähe, doch a bisserl was.

Greetz,
Sudan