Beobachtungsbericht vom 1.5.2005

von Martin Meininger

 

Guten Morgen,

Ich war gestern Abend auf der Ilkahöhe zum Spechteln (Gruß an Gerhard, der
leider zum Volleyball musste!) und es war echt super! Grenzgröße 6.0m im Zenit
(nicht geschätzt sondern mit Sternkarte bestimmt).

Bin so um 21.15 angekommen, um noch in der Dämmerung mein Galaxy D8 aufzubauen.
Während es so langsam dunkel wurde, habe ich mich schonmal mit Saturn und
Jupiter "warmgespechtelt". Das Seeing war nicht berauschend. Maximal machte
120-fache Vergrößerung Sinn. Trotzdem habe ich erstmals das gesichtet, was ich
für den GRF halten würde. Dann ging es weiter mit M51, M104, M3 noch bei nicht
richtig dunklem Himmel. M3 war trotzdem eine Pracht.

Für diesen Abend hatte ich mit den Virgo-Haufen vorgenommen, was bei der
Durchsicht auch sehr gut ging. Hat richtig Spass gemacht, alle ca. 20 Galaxien,
die im Karkoschka verzeichnet sind per Galaxy-Hopping abzufahren. Habe hier das
32mm Plössl zum Aufsuchen verwendet und 15mm TS-SWM und 10mm Speers-Waler um
mir die Teile im Einzelnen anzuschauen. Besonderes Highlight war der Quasar
3C273, der eindeutig zu finden war, und lockere 2.5 Milliarden Lichtjahre von
uns entfernt ist. Bei einigen Galaxien waren Spiralarme andeutungsweise
erkennbar (M61, M99).

Nachdem es nun richtig dunkel war nochmal M51 (sehr schön mit angedeuteten
Spiralarmen und sogar im 8x25 Bino gut zu erkennen), M104, M3 und auch M5 (sehr
schön, wenn man direkt am KS bei 120-fach fokusiert und er dann - baff -
gestochen scharf vor einem steht.)

M57 stand noch etwas tief am Rand der Münchner Lichtglocke im Nordosten,
deshalb gleich mal den UHC-Filter ins Okular und zwischen die beiden unteren
Lyra-Sterne gepeilt: schon stand er sehr schön im Blickfeld des 10mm
Speers-Waler.

Schon war es 0:30 und höchste Zeit abzubauen. Beim Aufräumen ist mir dann noch
aufgefallen, dass ich M13 ganz "übersehen" habe, also noch schnell ein Blick
mit dem Fernglas und dann ab nach Hause.

Erschöpfte aber glückliche Grüße,
Martin