Beobachtungsbericht von der 1. Beobachtungsnacht auf’m Weinberg 2005
(02. – 03.04.2005) von Michael Wendl

 

 

So gegen 20:40 Uhr MESZ holte ich Sudan ab, um mit unseren Autos zum Weinberg zu fahren.
Kurz nach 21 Uhr MESZ kamen wir dort an. Uns erwarteten schon Oliver und Peter und Oliver
Berichtete gleich von seiner sonderbaren Anfahrt hierher.

- Ähm Oliver, Du und der Helmut Ihr müsst mir mal erklären, wie man es schafft zum unteren
  Feldweg zu kommen, bei meiner guten Beschreibung ;-)

Es war schön nach so langer Zeit wieder am Weinberg zu stehen. Sudan und ich fingen an
Aufzubauen, aber was war das? Oliver holte aus seinem Auto so ein komisches Ding heraus,
dass so garned wie a Dobson aussah – es war ein Refraktor! Auch der Peter hatte einen
Refraktor, der arme Sudan mit seinem Newton stand alleine da. ;-)

Da kam die Spiegelunterstützung, der Bernhard kam mit seinem Dobson an; auch Karl und seiner
gesamten Familie an. Bernhard musterte den Himmel und die Umgebung und sagte jetzt müsse
er mal den kleinen Wagen suchen – schon wieder einer, dachte ich mir, der vor lauter Sterne
koane Sternbuidl find ;-) (siehe Geminidennacht)
Aber kein Problem – er konnte sich mit seinem grünen Laser selbst helfen. He he he

Auch der Dobson war schnell aufgebaut und Bernhard, gab eine kleine Sternkunde mit Laserführung - während ich mich mit meinen Goto-System rumärgerte – es kann nicht an meinem
Aufbau liegen, der Boden is woach gwornd und hat mei Ausrichtung sabotiert, wer sonst ;-)

Nach der Führung ging es auf zur Photonenjagd, auch ich hatte mich auf die Abweichung meiner
Gotosteuerung eingestellt, da diese sich weigerte einzusehen, dass sie selbst falsch lag, grrr.
Folgende Objekte wurden von mir, teilweise auch von den Anderen, beobachtet. Über meine
Beobachtungen hinaus beobachtete Objekte kann ich keine Auskunft geben.

Los geht’s.

M42 mit aufgelöstem Trapez (4 Sterne)
M45
M81/ M82
M84 / M86
weitere 10 NGC-Galaxien aus der Makarianskette
M64, M51, M104, M101, M97, M108, M13, M92, M76, M11, M16, M17, M57 – der darf ned fehlen
M56, M27 – ja wird denn des jetzt a Messier-Marathon?
M8, M20, M21, M22, M23, M24, M25, M29, M80, M31
NGC 4656, NGC 4631, NGC 4559, NGC 4244, NGC 457, NGC 4535, NGC 4565, NGC 2403
Auch dabei waren der Sturmfalke, der Zirriusnebel, Albireo, eps Lrya (aufgelöst), der Saturn,
der Jupiter und zum Schluss noch der Mond.

56 Objekte, darunter viele Erstsichtungen konnte ich verzeichnen.

Wie lange wurde beobachtet? Wie lange hamma ausgehalten?
Karl-Heinz und Familie machten des Aufbruchs Anfang, es folgten Oliver, Sudan und Peter,
sodass nur noch der Bernhard und ich übrig blieben und blieben und blieben und blieben bis wir
gegen 5:30 Uhr MESZ, als uns der Morgen schon sehr graute aufbrachen. Eine Feldlärche
begleitet unseren Abbau der Geräte mit ihrem Gesang.

Aber da ist doch noch eine Lücke im Bericht – ok, der Rest soll ned verschwiegen werden. ;-)

Nachdem die letzten fuhren, haben wir uns auf die Sommerobjekte gestürzt – haben somit einen
großen Vorsprung euch gegenüber, die ihr bestimmt noch im Winter- und Frühlingshimmel herum
gegrast habt. ;-) Bernhard und ich können uns nun ausruhen, bis ihr unseren Vorsprung aufgearbeitet habt. He he he

Bernhard entdeckte zuerst den aufgehenden Mond, ein wahrliches Schauspiel, da der Horizont
Dort schon sehr von Zirren verdunkelt war. Wir richteten unsere Geräte auf den Erdtrabenten um
die Krater, Rillen, Dome und Berge zu beobachten – ähm, haben wir Fön, oder warum sah man
die Berge so gut am Mond. ;-)))))

Als ich meine Kamera am Teleskop montierte und gerade auf den Auslöser für Videoaufnahmen
drücken wollte, sah ich im Display ein Flugzeug vorm Mond vorbei donnern und die
anschließende Auflösung der hinterbliebenen Abgase.

Knappe 9 Stunden Beobachtung schaffen einen schon und man freut sich, wenn man gegen
6 Uhr ins Bett fallen kann um gegen 8:15 Uhr vom Sohn mit einem Papa, aufstehen Lok spielen
geweckt zu werden.