Astronomie oder doch 

Briefmarken sammlen?

von Andreas Mackowiak

 

 

Am 21.Januar 2008 war  mal wieder so ein Tag, wo Mann sich fragt ob man nicht doch lieber Briefmarken sammeln soll, als der Astronomie zu frönen?

Es bekann damit das ich in CalSky sah, das es um 23h41 und 12 Sekunden ein ISS - Mond Transit an meinem Standort stattfinden soll. Man sollte zwar nicht den Überfug sehen können, weil sie sich größtenteils im Erdschatten befand, aber der Transit wäre ja sichtbar. Wäre ja werd zu versuchen diesen auf Chip zu bannen.  Erst ein mal ein Blick zum Himmel geworfen. Perfekt, nur ein bis zwei Schleierwolken waren zu sehen. Dann im Astronomieprogramm geschaut wie der Mond zu dieser Zeit steht. Wenn man in der Großstadt wohnt ist die Sicht doch sehr eingeschränkt und manchmal sind die Objekte halt hinter Häusern. Aber diesmal hatte ich ein Sichtfenster. Zwar konnte ich dort keine Montierung aufbauen um mit Teleskop und Webcam das Ereignis festzuhalten, aber es war möglich das Fotostativ dort hinzustellen und es mit der 40D und 300mm Tele zu versuchen. 

Erst mal das rechnen angefangen. Ist es überhaupt möglich mit eine DSLR diesen Transit fest zu halten. Immerhin braucht die ISS gerade mal 0,5 Sekunden um den Mond zu passieren. Bei einer Belichtungszeit von 1/4000sec. und im Serienbildmodus, wo die Kamera 6,5 Bilder in der Sekunde schafft, sollte dieses möglich sein. Dann sollte man doch nicht nur einen Strich sehen, sondern vielleicht auch ein bisschen was von der ISS erahnen können. So 2-3 Sekunden vorher mit der Serienaufnahme beginnen, dann sollte theoretisch auf 3 Bildern die ISS vor dem Mond zu sehen sein.  Allerdings müsste ich dann die ISO auf 1600 stellen. Wie würde sich da wohl das Rauschen am hellen Vollmond auswirken?

20:30 - 21:00 Uhr

Da mein Tele einen Stabi hat, bin ich erst mal ums Haus gegangen, wo sich der Mond noch versteckte und ein paar Testaufnahmen gemacht. Zu dieser Zeit haben sich schon ein paar größere Brüder zu den Schleierwolken gesellt. Mir schwante schon nichts Gutes. Wäre ja schließlich nicht das erste mal, dass das Wetter einem ein Strich durch die Rechnung macht. Aber wie heißt es so schön. Die Hoffnung stirbt zu letzt. Erst mal die Bilder am Rechner begutachtet. Das mit dem Rauschen ging eigentlich. Konnte man gut noch im Bildbearbeitungsprogramm retuschieren. Also ein Versuch war es auf alle Fälle wert.

22:00 Uhr

Kontrolle des Wetters. Inzwischen viele Wolken aufgezogen. Aber die Wolkenlücken waren immer noch sehr groß. So das die Chancen noch ziemlich gut waren. Aber das ungute Gefühl wurde immer stärker.

23:00 - 23:35 Uhr

Langsam begann ich alles herzurichten. Stativ mit Kamera aufgebaut. Funkuhr parat. Wetter? Nur noch Stellenweise kleine Wolkenlücken zu sehen. Der Mond teilweise hinter leichten Wolken bis ganz verdeckt. Für eine 1/4000sec. keine Chance mehr. Ich musste auf jeden Fall eine längere Belichtungszeit wählen. Egal, versuchen wollte ich es auf jeden Fall. Immer abwechselnd ein Blick zu Uhr und einen zum Himmel. Quälend langsam verstrichen die Minuten, denn die Sicht auf den Mond wurde immer miserabler. Dann sprang die Digitalanzeige auf...

23:36 Uhr

Alles Dicht! Keine Chance mehr den Mond auch noch zu erahnen. Am ganzen Himmel keine leichte Auflockerung mehr in Sicht.

23:41 und 12 Sekunden

Das war's.  Den Mond habe ich nicht mehr zu Gesicht bekommen.

Tja, da rechnet man vorher, macht Testaufnahmen, richtet alles her für gerade mal 0,5 Sekunden um sich dann vom Wetter einen Strich durch die Rechnung machen zu lassen. Da fragt man sich für was man das alles in Kauf nimmt, oder ob man sich nicht doch lieber ein Hobby suchen soll, was nicht vom Wetter abhängig ist. Aber wenn man ein eingefleischter Hobbyastronom ist, verhält es sich wie mit einem "Kater" am nächsten Tag, wo man sich schwört nie wieder Alkohol anzurühren. Und so werde ich mit Sicherheit auch wieder das nächste mal, wenn ein Himmelsereignis ansteht, draußen sein um es zu sehen. Falls des Wetter dann ein Einsehen haben sollte.

Auf ein baldiges Clear Sky

Andreas Mackowiak