Beobachtungsbericht vom 05/06.02.2011

 

Teil1:

 

Beobachtungszeit: 20-21 MEZ

Optik: Fernglas Steiner 15x80

Ort: Walkertshofen/Erdweg LKr. Dachau

Wetter: klar

 

Beobachtet wurden der Reihe nach folgende Objekte:

 

Mond und Jupiter,

M36-37-38 offene Sternhaufen (OC) im Aur,

M35 (OC) im Gem,

Mel20 (OC) im Per,

M42/43(GN) im Ori,

M45 (Plejaden) im Tau,

M44 (OC) im CnC,

M41 (OC) im CMa,

M81 und M82 (Gx) im UMa,

H+x Pers (NGC869+884), (OC) im Per,

Stock2 (Muskelmännchen), (OC) im Per,

CR69 und CR70 (OC) im Ori,

 

Teil2:

 

Beobachtungszeit: 22:50 – 4:00 MEZ

Optik: 14“ Dobson (14“DHS) ohne GoTo oder Teilkreise

Okulare: WildeScan 30mm (2“), Speers 18-14-10 mm, SpeersZomm8-5 mm

Ort: Auf meiner Astroterrasse (HAT), Walkertshofen/Erdweg LKr. Dachau

Wetter: klar, Bodentemperatur: +2°C, Lufttemperatur (IR): -31,4°C, Luftfeuchte: 72%

SQM-L im Zenit: 21,22 mag/sas, alle Werte gemessen um 4:00 MEZ

 

Angefangen habe ich mit meinen Lieblingen, den Kleinplaneten.

Es waren alle Erstbeobachtungen:

 

Baptistina (298), 13,2mag im CnC, Entfernung zur Erde: 161 Mill.km, Durchmesser: 41km

Padua (363), 13,1 mag im CnC, Entfg. 284 Mill. km; Dm:104km

Elisabetha (412), 13,0 mag im CnC, Entfg. 266 Mill. km; Dm:93 km

Isabella (210), 12,9 mag im Leo, Entfg. 253 Mill km, Dm: 90 km

 

Es folgten 3 Gx im Leo, SQM-L 20,94 mag/sas:

 

NGC3020, 12,2 mag, ein mattes ovales Fleckchen mit indirekten Sehen (idS) gut sichtbar,

NGC3024, 13,1 mag, ein Herschel III-Objekt (H3), längliches Objekt, sehr schwierig mit idS gerade so sichtbar, die Gx war eine Erstsichtung (ES),

NGC3016, 12,9mag, wieder ein sehr schwieriges Objekt , nur mit idS zu sehen, rundliche Form.

 

Nun waren wieder 3 Kleinplaneten an der Reihe, wieder Erstsichtungen (ES), außer Huenna.

Barcelona(945), 12,6mag im Leo, Entfg.185 Mill. km; Dm: 29 km

Huenna(379), 13,8 mag im CnC, der schwache KP war direkt sichtbar, er stand neben einem 14,1mag und einem13,5 mag Stern., Entfg.387 Mill. km; Dm: 96 km

Misa(569), 12,7 mag im CnC, Entfg. 198 Mill. km; Dm: 75km

 

Somit waren die KP-Erstbeobachtungen Nr.512 bis 517 unter Dach und Fach

 

Die Kleinplaneten werden mit  dem Programm „saw“ in einer Favoritenliste verwaltet und mit dem Programm GUIDE 8.0 die Aufsuchkarten erstellt.

Auch ohne ein Daten-Update ist das GUIDE8.0 unwahrscheinlich genau, sonst wären solche Beobachtungen überhaupt nicht möglich, denn sie Sucherei ist gerade bei sehr lichtschwachen KP’s  schon etwas anstrengend.

 

Die Entfernungen und die Durchmesser habe ich aus GUIDE8 entnommen, um mal zu zeigen, wie winzig die Teile eigentlich sind und welchen riesigen Abstand sie zu uns haben. Wenn man weiter bedenkt, dass die Albedo, wie z.B. bei Misa nur bei 0.028 liegt, d.h. nur 2,8% des einfallenden Lichts der Sonne reflektiert wird, bei der Venus sind es immerhin 70%, dann ist es schon erstaunlich, dass man die Brocken überhaupt sieht.

 

Zurück ans Teleskop.

 

Es war mittlerweile schon 1:35h geworden, Zeit den nun sichtbaren Saturn auf’s Korn zu nehmen. Weil jedoch das Seeing nicht so berauschend war, blieb ich nicht lang beim Ringplanet. Die Monde Titan, Rhea und Dione bildeten links vom Saturn ein kleines Dreieck.

 

Es ging nun wieder zurück zu den DeepSky-Objekten.

 

Alle nun folgenden Gx wurden mit den 30mm Okular gesucht und dann vornehmlich mit dem Speers14 mm bespechtet. Das SQM-L zeigte 21,14 mag/sas an.

Zuerst wurde die hell, länglich Gx, NGC4666, 10,7 mag im Vir angeschaut.

Dann folgten ausnahmslos Erstsichtungen:

 

NGC5406, 12,3 mag, CVn, H3-Objekt, schwacher matter Fleck

NGC5395, 11,7 mag, CVn, H3-Objekt, hell, groß, länglich, sehr gut sichtbar, an der unteren linken Seite mit minimalen Abstand war ein weiterer schwacher rundlicher Fleck zusehen, die GX NGC5394 mit 12,9 mag. Ein sehr interessantes, schönes Paar.

NGC5380 (12,2 mag)  und NGC5378 (12,50mag), VCn beide als matte Nebelfleckchen  waren schön im Blickfeld des Speer14 zu sehen.

NGC5351, 12,2 mag, CVn, H3-Objekt, war als längliches Nebelchen zusehen,

NGC5326, 12,1mag, CVn, H3-Objekt, war leicht oval mit hellen Kern,

NGC5337, 12,5 mag, CVn, ein Herschel 2500-Objekt war als schwaches mattes Fleckchen sichtbar.

NGC5347, 12,6 mag, CVn, H3-Objekt, ein sehr kleines schwaches, rundlichen Nebelchen, war aber direkt sichtbar.

 

Damit waren die Jagdhunde endgültig von Herschel III-Objekten leergefegt.

 

Das letzte Objekt dieser  Beobachtungsnacht war die Gx, NGC5147, 11,7 mag, Vir, wieder ein H3-Objekt, mattes rundes Nebelfleckchen mit hellem Kern, gut sichtbar.

 

Um 4h war dann Feierabend!

 

Gruß

Helmut