Von der Notaufnahme zu NGC891

von Thomas Hilger

 

 

Am 30.12.2013 habe ich mit einem Vereinskollegen ausgemacht das wir uns in der Sternwarte treffen um Fotos zu machen.
Nebenbei erwähnte er das er einen LACERTA M-GEN  besitzt und wir doch mal ausprobieren könnten.
Denn bisher war ohne Guiding bei 90 sek Belichtungszeit Schluss.
Am späten Nachmittag versuchte ich nochmals Kontakt mit meinem Kollegen aufzunehmen doch es war kein Kontakt möglich.
Ich dachte mir er wird wohl etwas anderes vorhaben und freundete mich mit dem Gedanken den Abend auf dem Sofa zu verbringen...
Kurz vor 18 Uhr schepperte das Telefon,  mein Astrospetzl war dran er sei seit 4 Stunden wegen eines Radunfalls in der Notaufnahme
aber er hätte nur Prellungen. Ob ich heute in die Sternwarte fahre weil er sonst vorbei kommen würde.
Etwas irritiert  machten wir aus das wir um 20 Uhr in der Sternwarte treffen würden.
Ich dachte ein harter Hund, aber hoffentlich rentiert es sich das er auf seine verdiente Ruhe verzichtet.
Bis her hatten wir noch keine Erfahrung mit Autoguiding bzw. ob wir mit der FS2 das so problemlos hinbekommen.

Ich war gerade beim referenzirren des Teleskops als mein Vereinskollege die Treppe schwer bepackt rauf stampfte. Nach einer herzlichen Begrüßung schaut ich mir gleich seine “Wunderkiste” an.
In der verbarg sich der LACERTA M-GEN Stand Alone Autoguider und eine schwere Autobatterie. Jetzt überlegten wie wir das ganze nun bewerkstelligen wollten. Offaxisguider oder am Leitrohr?
Wir nahmen das Leitrohr da die Kabellänge hier ausreichte um an die FS2 Steuerung zu kommen. Welches Objekt sollten wir nehmen. Nach etwas suchen wählten wir NGC891
(Was sich als sehr gute Wahl herausstellte da später am Horizont Nebel aufzog. Eigentlich wollte ich M74 aufnahmen um zu vergleichen da ich diese Galaxie am 4.12. in der Sternwarte aufgenommen hatte)

Nachdem wir alles angeschlossen hatten mussten wir den Autoguider noch konfigurieren. Dies war aber durch die Erfahrung von Sven verblüffend einfach.
Wir fanden auch gleich einen geeigneten Leitstern. Jetzt kalibrierte sich der Guider selbständig und es konnte los gehen.
Ich war gespannt wie die Belichtungen laufen würden, ob der Autoguider viel Nachjustieren muss.
Wir starteten mit einer Belichtung von 3 Minuten. Der Guider arbeitet sehr ruhig und gleichmäßig. Nachdem die Kamera (EOS 600D) fertig war betrachtet wir das Bild.
Ich muss sagen perfekte Sterne, und NGC891 richtig schön zu sehen. Angespornt setzten wir die Belichtungszeit auf 5 Minuten hoch.
Mit meinem Programmierbaren Drahtauslöser stellte ich 10 Belichtungen ein. Jetzt war wieder warten angesagt.
Bei etwas Schokolade und Mandarinen vertrieben wir uns die Zeit und kauten so einige Astrothemen durch.

Pünktlich nachdem wir die erste Belichtungsreihe fertig hatten zog Nebel auf. So konnten wir nur 10 gute Aufnahmen machen. Diese waren dafür aber alle sehr gut.
Jetzt packten wir unsere Sachen zusammen, fuhren die Sternwarte in ihrer Park Position. Gegen 12 Uhr verließen wir die Sternwarte und konnten auf einen erfolgreichen Abend zurück blicken.

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