Erfahrungsbericht Meade LPI (Lunar Planetary Imager) von Martin Dietzel

 

Lieferumfang:

Software-CD, je ein RS-232 Kabel für Autostar I und II, CMOS Imager mit USB-Kabel, Parfokalring

 

 

Die Installation...

Laut Bedienungsanleitung soll man die CD einlegen, die dann automatisch startet und den Benutzer zur Installation auffordert. Soweit so gut, also die CD ins Notebook eingelegt... nichts passiert. Na gut, auf ein neues, die CD noch mal rausgeholt und wieder eingelegt: nichts. Also gut, man denkt sich ja nix schlimmes, hab ich den Explorer gestartet und wollte das Setup manuell aufrufen. Die Überraschung war aber nicht schlecht: auf die CD kann nicht zugegriffen werden – kurzum: mein Windows XP Pro hat sie nicht erkannt.

Letztendlich (nach längerem Probieren) habe ich es nur geschafft die Software auf dem Notebook zu installieren, indem sie, nach ca. 10 Versuchen auf meinem "Server", einem Windows 2000 Rechner, im Explorer erkennen konnte, den CD-Inhalt auf die Festplatte kopieren und dann per LAN auf das Notebook schieben, von wo aus ich es dann installieren konnte. Danach lief aber alles wie es laut Anleitung sein sollte. Es traten keine weiteren Probleme bei der Installation auf.

 

Der erste Eindruck

Der erste Eindruck von dem LPI war, abgesehen von der Installation, ganz gut. Am gleichen Abend war noch eine Testbeobachtung am 10" angesagt, bei sehr guter Luftruhe und leider auch bei Vollmond. Also, gleich mal den Saturn eingestellt und versucht eine Serie aufzunehmen. Die Bedienung der Programme ist intuitiv und man gewöhnt man sich schnell daran.

Nach ein paar Testaufnahmeserien und ein wenig Probieren hat man schnell alle Einstellmöglichkeiten raus. Man kann wählen, ob man alle Einzelbilder speichern (die von mir bevorzugte Variante) oder das Programm im Hintergrund gleich stacken und schärfen lassen möchte. Verwendungsrate und Object-Tracking können gleich per Haken selektiert werden. Einzelbilder können in den Dateiformaten BMP, GIF, JPG, PNG, TIF, FITS, FITS3P abgespeichert werden. In Bildbearbeitungsprogrammen wie Registax können dann ohne weiteres die Einzelbilder geöffnet und gestackt werden. Konkret eingeben, wie viele Einzelbilder man aufnehmen möchte, kann man nicht. Stattdessen drückt man "Start" und beobachtet den Counter bis man die gewünschte Anzahl Einzelbilder aufgenommen hat. Ein Klick auf "Abort" stoppt die Aufnahme.

 

Das einzige, das wirklich fehlt, ist eine Farbsteuerung per Schieberegler. Bei meinen ersten Aufnahmen habe ich die Erfahrung gemacht, dass das (Roh-)Bild leicht blaustichig ist. Allerdings kann man sich das Live-Bild mit und ohne Darkframe-Abzug anzeigen lassen. Der Blaustich war nur im Rohbild erkennbar, im Darkframe-bereinigten Bild nicht mehr.

 

Interessant ist auch die Autoguiding-Funktion des LPI. An sich funktioniert die Funktion gut (getestet am LX200GPS und an der LXD55 (=ETX-Autostar)). Leider wurde bis jetzt nur bei Vollmond getestet, sodass eine Grenzgrößenbestimmung bei 2-4sec Belichtungszeit noch nicht möglich war. Ob die Autoguiding-Funktion auch praktisch anwendbar ist, wird sich in der Praxis zeigen. Sobald ich da Erfahrungen gesammelt habe, werde ich sie auf meine Homepage und beim ATMN (www.lx200gps.de bzw. www.atmn.info) bekanntgeben. Zu beachten ist dabei, dass der Autostar I Autoguiding erst aber der Version 27g unterstützt. Mit dem Softwarepaket wird aber auch ein Updateprogramm installiert, dass über das RS-232 Kabel die neue Version auf den Autostar laden kann.

 

Das mitgelieferte Planetariumsprogramm erlaubt auch eine komplette Fernsteuerung von Teleskop (via Modem, Netzwerk, Serielles Kabel), Kuppel, Fokussiermotor, Lüfter und Derotator. Es bietet alle Einstellmöglichkeiten, welche die Handbox auch bietet. Im Feld wurde die Fernsteuerung jedoch noch nicht. Das bleibt auch der nächsten klaren Nacht vorbehalten.

 

Dabei ist auch ein Bildbearbeitungsprogramm, bei dem ich jedoch noch nicht ganz durchgestiegen bin, allerdings auch noch keine Zeit hatte mich damit eingehender zu beschäftigen. Mein Gefühl sagt mir jedoch, dass ich mit RegiStax, Photoshop, ... wahrscheinlich besser fahre, da diese Programme einfach leisungsfähiger sind. Jedoch sind die wichtigsten Funktionen wie "unsharp masking", ... auch in der mitgelieferten Software implementiert.

 

Generell hat der LPI bei den ersten Feldtests einen guten Eindruck auf mich gemacht und kann es meiner Meinung nach ruhig mit der ToUCam aufnehmen. Die nächsten klaren, mondlosen Nächte werden zeigen, was mit dem LPI in Sachen Autoguiding und Planetenfotographie alles machbar ist.

 

Martin Dietzel