Selbstgebastelter T2-Exzenter

von Ralf Pitscheneder

 

 

 

 

 

Hallo Freunde der Nacht,

ich betreibe zwar die Fotografiererei durchs Teleskop zwar noch nicht so lange, aber die Nachführung an einem Leitstern ging mir in der bisherigen Form schon bald auf die Nerven.

Ein Exzenter mußte her, um den Leitstern bequem im Fadenkreuzokular zentrieren zu können.

Nachdem mir der Preis für so ein Teil mit T2-Anschluß die Schweißperlen auf die Stirn getrieben hatte (ca. 150 Euro), ich so ein Ding aber unbedingt haben mußte, führte wohl kein Weg an ein wenig Bastelei vorbei.

Nach längerem Grübeln, ob ich es mir wirklich antun soll, eine Schwalbenschwanzführung zu fräsen und das ganze auch noch kugelgelagert drehbar zu gestalten, habe ich von dieser hohen Kunst der Metallbearbeitung Abstand genommen und den deutlich einfacheren Weg gewählt.

Die Drehbarkeit realisiere ich dadurch, daß ich das Teil auf einen 2" -> T2 Adapter schraube, der dann im OAZ gedreht wird.

Die Teile hatte ich glücklicherweise vorrätig (die Alu- und Messingprofile gibt es für vertretbaren finanziellen Aufwand beim Baumarkt mit dem Eichhörnchen - Firma Alfer ), so war das Einsparungspotential erheblich. Der T2-Adapter stammte noch aus den Tagen, an denenich mich mit Nikon herumplagte ... (Die bis heute keine bezahlbare Digi-Spiegelreflex mit Spiegelvorauslösung herausgebracht haben, grmpf ...)

So ging es nun frisch ans Werk:

Als erstes habe ich den Nikon T2-Adapter auf der Drehbank seines Bajonetts beraubt und eine plane Auflagefläche für den Rest der Katastrophe geschaffen ...
Als Profil für die Führung des Aluminiumbandes, welches das Okular tragen soll, diente ein L-Profil aus Messing (Dicke 1 mm), sowie ein weiteres Messingband zu 2 mm, um auf die erfoderliche Höhe des Okularträgers von 3 mm zu kommen. Darauf nochmal ein überstehendes Alu-Band von 2 mm Höhe.
So ungefähr solls weiter gehen, aber wie genau, mhhhmmm...

Die beiden Profilschienen wurden durch zwei Vierkant-Aluprofile verbunden. Weiterhin wurden sie auf jeder Seite mittels einer 3mm-Schraube am T2-Adapter befestigt.

Das Gewinde in den T2-Adapter zu schneiden erwies sich als ein wenig schwierig, denn der Adapter besteht aus einem äußeren und einem inneren Ring, die genau an der Stelle der 3mm-Bohrung aufeinander treffen. Schön schaut das nicht aus, aber das sieht man ja nachher nicht mehr ....

Die oberen Alu-Bänder wurden mittels Unterlegescheiben um ca. 1/2 mm angehoben, da sich der Okularträger sonst nicht verschieben läßt. 0 auf 0 bewegt sich eben nicht.

Das dadurch entstandene Spiel wurde durch ca. 6 Lagen Tesafilm auf den Alu-Querstreben ausgeglichen. Nun gleitet der Träger noch sanft hin und her, ohne gleich wie ein Kuhschwanz zu wackeln.

Mit eingelegtem Okularträger, ebenfalls ein Teil aus dem Eichhörnchenmarkt.
Ja, so ungefähr soll es dann mal aussehen ....

So, und da soll nun die Okularhalterung drauf, die ich aus einem alten Z-Prisma amputiert habe (10 Euro). Links und rechts ist leider nicht mehr viel Spiel, ein Gewinde in das Alu-Band zu schneiden fällt wohl mangels Rand aus ;-(.

Hätte ich wohl vorher dran denken sollen ...

Ausserdem hatte ich keinen Fräser für ein 3cm Loch. Also von innen anzeichnen, mit dem größten Fräser vorarbeiten und dann her mit der Feile ...

Irgendwie muß man den Okularhalter natürlich fixieren können, wenn man den Leitstern mal zentriert hat.

Dazu ist mir letztendlich nichts besseres eingefallen, als auf den guten alten "UHU Endfest 300" zurück zu greifen. Zwei auf die Profilschiene geklebte Muttern beherbergen eine Schraube, die den Okularträger quer klemmt. Hält einigermassen was aus, zumindest das Gewicht eine Fadenkreuzokulars ;-)

Ebenso bin ich mit dem Okularhalter zu Werke gegangen. An den Seiten mußte ich ihn noch ein wenig abfräsen, damit er zwischen die Führungsschienen paßt, aber dank des 2-Komponentenklebers hält das Ding nun bombenfest.

So, und nun warte ich auf besseres Wetter und angenehmere Temperaturen, um das gute Stück endlich seiner Bestimmung zuzuführen.

Der Gesamtaufwand an Arbeitszeit belief sich auf ungefähr 3 Stunden. Der Nachbau lohnt sich auf jeden Fall !

Viele Grüße

Ralf